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Jürgen Felix (Hrsg.)
Genie und Leidenschaft. Künstlerleben im Film


epd Film 3 / 2001:

Das freilich ist ein spannendes Thema: Künstlerleben im Film. Die Begegnung zweier paradoxer Konstruktionen. Der Widerspruch zwischen einer Person und einem Werk auf der einen Seite, der Widerspruch zwischen einer Industrie und einer Kunst auf der anderen. Dieser Band will zwar "keine umfassende Abhandlung des bislang noch weitgehend brachliegenden Forschungsfeldes" sein, gibt aber gerade durch seine vielfältigen Ansatzpunkte einen Überblick über ein Feld, auf dem, weiß der Himmel, noch einiges passieren muss. (...) Es geht, wohlgemerkt, nicht um die Kunst im Allgemeinen, sondern um "das Künstlerleben im Film". Und das reicht von der ideologischen Konstruktion des "leidenden Genies" Rembrandt im Nazifilm (Barbara Schrödl) über Ken Russells "exzentrische Genies" (Thomas Koebner), Mozart (Alexander Bartl) und Ludwig II. (Bernd Kiefer) bis zur "Auto(r)-Präsenz von Jean-Luc Godard in seinen Filmen" (Jürgen E. Müller). (...) Der letzte Gedanke des Buches, aus Ernst Schreckenbergs Notizen zu den Spuren, die Edward Hopper im Kino hinterlassen hat, macht auf die Grenzen des Diskurses aufmerksam: Während der Film Hoppers Bilder zitieren kann, muss er, im Allgemeinen, ihre Essenz unterschlagen ("das typische Schweigen"). Das Kino kann nicht "Kunst" denken, ohne zugleich "die Künste" zu denken. Das, zum Beispiel, macht es so spannend. Und die Lektüre dieses Buches so anregend.

film-dienst 17 / 2001:

Insgesamt umfasst der Band 15 Essays, die in Themenwahl wie Interpretation ein breites Spektrum abbilden - von Carl Theodor Dreyer (Knut Hickethier) bis zu Godard (Jürgen E. Müller) als Regisseure, von Andrej Rubljow bis zu Edward Hopper (Ernst Schreckenberg) als filmische Gestalten. Alle Essays bieten Informationen und Einsichten in einen bisher kaum beachteten Bereich der Filmgeschichte. (...) Alle Autoren haben die Grenzen einengender Filmgeschichtsschreibung mutig durchbrochen. Ihr Blick reicht weit über den Filmbereich hinaus, ermöglicht Verbindungen zwischen verschiedenen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten, zieht Linien zwischen Vorbild und Porträt, zwischen Thema und Zeit. Zugleich bietet der Band aber auch einen Überblick über den Stand heutiger Filmwissenschaft.

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